Sport mit der Familie
Eine ganze Reihe deutscher Kinder ist zu dick! Das fand das Robert-Koch-Institut in der breit angelegten Studie und mehrjährigen Studie KIGGS heraus, an der insgesamt 17.641 Mädchen und Jungen teilnahmen. 8,9% aller Jungen und 9,3% aller Mädchen im Alter zwischen 3 und 6 Jahren haben ein zu hohes Gewicht. Bei den 14 – 17-jährigen steigt der Anteil der zu dicken Kinder auf 17,2% (Jungen) und 17,0% (Mädchen). 12,6% der 14 bis 17-jährigen Jungen und 27,3% der Mädchen in diesem Alter gaben bei der Studie außerdem an, seltener als einmal bis zweimal pro Woche Sport zu betreiben. Sportlehrer klagen über mangelnde motorische Fähigkeiten von Schülerinnen und Schülern. Solche Aussagen und Zahlen sollten Eltern alarmieren. Es darf nun nicht darum gehen, den Kindern fortan alle Süßigkeiten zu verbieten und sie zu täglichem Intensivtraining zu verdonnern. Aber als Elternteil kann man früh auch ohne Zwang beginnen, Sportlichkeit in den Alltag der Kinder zu integrieren. Bereits bei kleineren Kindern und an Regentagen ist das der Fall:
Schaffen Sie Gelegenheiten für körperliche Aktivität, auch im Haus oder in der Wohnung. Zwei, drei aufgeblasene Bälle reichen oftmals als Animation aus. Zeigen Sie Ihren Kindern, was man mit diesen Bällen anstellen kann; sie lassen sich balancieren, kicken: Ein wenig Platz dafür ist in der kleinsten Hütte. Je eher Sie anfangen, Sportliches als etwas Attraktives vorzuleben, desto weniger schwierig wird es, Ihre Kinder ebenfalls zum Sport zu animieren.
Als Alternative für Wasserbälle taugen Luftballons und auch Seifenblasen, die man im spielerischen Wettkampf zerplatzen lässt.
Bei älteren Kindern können Sie darüber nachdenken, ob Sie nicht gemeinsam mit ihnen etwas Fitnesstraining pro Tag in den Alltag einbauen: 10 bis 15 Minuten reichen oftmals bereits aus. Kreieren Sie dabei keine Wettkämpfe, bei denen es Sieger und Verlierer gibt. Der Verlierer könnte sonst schnell die Lust am Sport verlieren. Sorgen Sie vielmehr dafür, dass sich jeder eigene Ziele setzt, die er erreichen kann; schaffen Sie Erfolgserlebnisse. Sehr unterhaltsam und sportlich sind auch kleine Events: die Radtour am Wochenende, die kleine Kanufahrt auf dem See, Rollerskating im Stadtpark, eine Partie Tischtennis auf einer Freiluftplatte. Solche Events sind auch herrliche Gelegenheiten, um die ganze Familie wieder einmal zusammenzubringen, Gemeinsames zu erleben. Auch das ist etwas sehr Wertvolles! Und wenn die Sportlichkeit Ihrer Kinder erst einmal geweckt ist, denken Sie vielleicht auch einmal an einen Sportverein in Ihrer Nähe, Es gibt Dutzende, ja Hunderte dieser Vereine; Ihr Kind bewegt sich und lernt dort oftmals schnell neue Freunde kennen. Zwei Vorteile auf einen Streich!
Nicht überfordern!
Manch einer, der länger keinen Sport betrieben hat, den packt ganz plötzlich der Ehrgeiz. Vielleicht war eine einzige falsche Bemerkung die Ursache, vielleicht das plötzlich aufkommende Gefühl, dass das Leben so unsportlich nicht weitergehen kann. Einige dieser Leute kramen dann ihre Turnschuhe heraus, vergessen die unsportlichen Monate, Jahre, beginnen zu laufen, zu turnen, Fußball zu spielen, als wären sie voll und ganz im Training. Dem Kopf mag man so etwas vorgaukeln, dem Körper allerdings kaum. Insbesondere, wer das fünfunddreißigste Lebensjahr überschritten hat, sollte vor dem Start in die Phase neuer Sportlichkeit den Gesundheitscheck beim Arzt nicht verpassen. Und auch wenn der im Prinzip sein OK gibt, beginnen Sie langsam mit Ihrem Sport: Es ist keine Blamage, Anfänger zu sein. Messen Sie sich nicht mit denen, die seit Jahren Sport treiben. Noch nicht! Und lassen Sie auch diejenigen ziehen, die seit Jahren keinen Sport treiben, dies aber vorgeben: Gut möglich, dass die sehr bald aufgeben, während Ihr Weg in die Sportlichkeit gerade erst begonnen hat. Vielleicht suchen Sie sich auch einen Personal Trainer, der Ihren Weg in den Sport mit vielen Tipps und viel Know-how begleitet?