Allgemeines zum Thema Sport
Ja, warum eigentlich? „No sports!“ Das weltberühmte Zitat von Winston Churchill auf die Frage nach Gründen für das hohe Alter, das er erreicht hatte, muss man erst einmal aus der Welt schaffen, wenn man den Sinn von Breitensport beschreiben möchte. Manch einer sieht schwitzende Läufer im Park, Fußballspieler, Schwimmer, die ihre Bahnen ziehen, und fragt sich: Muss das wirklich sein? Soll ich mir das freiwillig antun? Wir glauben: Ja, Sie sollten!
Ein glückliches Leben, gute Gesundheit und ein hohes Alter, das man erreicht, ohne dass allzu viele Gebrechen das Leben schwer machen — all das ist auch ohne Sport durchaus möglich. Allerdings steigen die Chancen in vielen Lebensbereichen auf verbesserte Lebensbedingungen, wenn man sich aufrafft und sich sportlich betätigt. Ein paar Beispiele aus wissenschaftlichen Studien.
Das Wissenschaftliche Institut der Ärzte Deutschlands veröffentlichte bereits 1996 eine Studie, bei der die Wissenschaftler bei Sportlern ein verringertes Sterberisiko und verringerte Risiken, am Herz oder Kreislauf zu erkranken, feststellten.
Laut einer Studie der Wissenschaftler Thomas Cornelißen und Christian Pfeifer (Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit) erhöht regelmäßiger Sport bei Jugendlichen die Chance auf höhere Bildungsabschlüsse.
Der richtige Sport für Sie…
…sollte Ihnen auf jeden Fall Spaß bereiten, ansonsten taugt er nichts. Aber der Spaß an der Sache ist nicht allein ausschlaggebendes Kriterium. Einerseits sollten Sie darüber hinaus zusehen, wie sehr sich der jeweilige Sport in Ihren Tagesablauf integrieren lässt. Diese Integration ist eventuell bei einer Mannschaftssportart, die feste Trainingszeiten hat, etwas schwieriger als bei einer Individualsportart bei der kein direkter Gegner notwendig ist: also etwa beim Laufen oder Einzelschwimmen. Aber wenn man will, ist Vieles machbar, auch wenn der Terminkalender mitunter Probleme bereitet! Es kommt jedoch noch ein weiterer Faktor hinzu, der die Auswahl der richtigen Sportart für Sie beeinflusst: Ihre Gesundheit. Eine Krankheit oder andere gesundheitliche Beeinträchtigung sollten Sie auf jeden Fall bei der Auswahl Ihrer Sportart berücksichtigen.
Arthrosekranke sollten beispielsweise Sportarten vermeiden, bei denen es häufig zu ruckartigen Bewegungen kommt (z.B. Fußball) und sich eher für Sportarten entscheiden, die gleichmäßige Bewegungsabläufe verlangen (Dauerlauf, Schwimmen)
Für Depressive können stark von Konkurrenz geprägte Sportarten (z. B. Sportarten mit einzelnem Gegner wie Tennis, Boxen…) insbesondere bei Niederlagen schlecht geeignet sein, während etwa Sportarten, bei denen es um Ausdauer geht, größere Chancen auf positive Gefühle bieten.
Gewichtheben kann für Menschen mit Bluthochdruck schädlich sein!
Falls Sie trotz Krankheit beabsichtigen, eine Sportart auszuüben, was durchaus sehr zu empfehlen ist, sollten Sie in jedem Fall Rücksprache mit Ihrem Arzt halten.
Warum auch Schach eine Sportart ist!
Klären wir doch erst einmal, was eigentlich Sport ist und was nicht: Orientieren können wir uns dabei an dem, was der Deutsche Olympische Sportbund in seiner Aufnahmeordnung festschreibt. Da ist zum einen davon die Rede, dass bei sportlichen Tätigkeiten „die Ausübung der eigenmotorischen Aktivitäten Selbstzweck der Betätigung sein muss“. Das bedeutet: Der Hobbyradler ist Sportler, der radelnde Postbote nicht. Sport wird anhand der Vorgaben des Deutschen Olympischen Sportbunds auch durch Fairplay, Chancengleichheit und Unverletzlichkeit sowie durch Regeln und Klasseneinteilungen definiert. Klasseneinteilungen sorgen etwa dafür, dass ein 120 Kilo - Hüne im Boxen nicht gegen einen 65 Kilo Mann antritt, da solch ein Wettkampf ernsthafte Zweifel an der Chancengleichheit kaum ausräumen könnte.
Sport darf auch keine tatsächliche oder simulierte Körperverletzung bei Einhaltung der gesetzten Regeln beinhalten. Niemals Chance, Sport genannt zu werden, hat demnach beispielsweise Gotcha, bei dem man mit Farbpistolen auf seine Gegner schießt und dabei mitunter ganz schön viel läuft! Regeln wie letztgenannte zeigen, wie schnell man bei Sportdefinitionen in Grenzbereiche kommt, in denen man die Frage stellen muss: Sport? Oder kein Sport? Kehren wir zum Boxen zurück: Boxen ist Sportart, obwohl der Boxer im Ring nur sehr selten die Absicht hat, seinen Gegner zu streicheln. Er möchte ihn schlagen, mit der Faust, am liebsten mitten ins Gesicht! Aber er trägt Boxhandschuhe, es geht nur um den Sieg, nicht um eine Körperverletzung (obwohl aufgeplatzte Lippen bei Boxern nicht gar so selten sind).
Das kann man so sehen, könnte Dinge aber auch ganz anders interpretieren. Und dann wäre vielleicht der Gotcha – Spieler ein Sportler, der Boxer jedoch nicht. Weiteres Kriterium, anhand dessen der Sportler „Sportler“ genannt wird, ist das Ziel einer „eigenen, die Sportart bestimmenden motorischen Aktivität eines jeden, der sie betreibt“. Reine Denkspiele gehören nach dieser Definition ausdrücklich nicht zu den Sportarten. Warum Schach doch eine ist? Weil der Schachgroßmeister und Mediziner Dr. Helmut Pfleger bereits 1981 herausfand, dass die körperlichen Anstrengungen beim Schach denen bei bereits vor dem Schach anerkannten Sportarten wie dem Sportschießen gleichen. Nur Scherzkekse versuchen dagegen, auch den Sex als anerkannte Sportart durchzubringen. Obwohl: „Die Ausübung der eigenmotorischen Aktivitäten muss Selbstzweck der Betätigung sein?“ Könnte zutreffen!